Tourismus

Tourismus als Wirtschaftsfaktor in naturnahen Kulturlandschaften.

In den landschaftlich besonders reizvollen Regionen Deutschlands ist naturgemäß (im doppelten Wortsinne) der Tourismus ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Unternehmen des Gaststätten- und übernachtungsgewerbes, sowie Anbieter von touristischen Dienstleistungen aller Art gründen ihre wirtschaftliche Existenz auf den Erholungs- und Erlebniswert der jeweiligen Landschaften. Diese ist ein gemeinsamer Kapitalstock, an dem viele Wirtschaftsakteure partizipieren. Dies gilt universell für alle besonders charakteristischen naturnahen Kulturlandschaften.

Vor vielen Jahrzehnten hat man aus ökologischen, romantischen, religiösen und auch wirtschaftlichen Motiven heraus begonnen, die Landschaft zu schützen. Anders als in anderen Industrieländern haben wir es dank eines vergleichsweise stringenten Landschafts- und Naturschutz geschafft, naturnahe Kulturlandschaften in nennenswertem Umfang zu erhalten.

Die Privilegierung der Windkraft

Diese jahrzehntelangen Errungenschaften werden nun in atemberaubendem Tempo untergraben. Das Baurecht hat über Jahrzehnte hinweg erfolgreich die Zersiedelung der Landschaft zu verhindert. Dieser Erfolg wird nun im Handstreich zu Nichte gemacht. Grund ist eine 1996 vorgenommene, zweizeilenlange, winzige Ergänzung im Paragrafen 35 des Baugesetzbuchs. Die als „Privilegierung der Windkraft“ bekannte Vorschrift, räumt Windunternehmern einzigartige Vorrechte ein. Windindustrielle dürfen außerhalb geschlossener Ortschaften bauen. Eine 200 Meter hohe Windkraftanlage ist damit leichter zu genehmigen als ein Kiosk am Badesee.

Dies ist nicht nur aus der Perspektive des Ökologen, des Malers, des Romantikers oder des Freundes der Schöpfung höchst bedauerlich.

Die Aushebelung des Landschafts- und Naturschutzes hat auch substantielle ökonomische Effekte, die sich nicht durch rethorische Kunstgriffe wie „Bürgerwindparks“ und „Wertschöpfung vor Ort“ vermeiden lassen.

Tourismuszahlen Sauerland

Im Jahr 2012 empfing das Sauerland mehr als 2,5 Millionen übernachtungsgäste

Man wirbt mit Ruhe, Natur, Landschaft und Lebensqualität und entsprechenden Bildern für den Zuzug in den Kreis.

  • „im Sauerland erwartetet Sie eine unverfälschte Mittelgebirgslandschaft, geprägt von Bergen, Hügeln, viel Wald und Wasser“
  • „Erholung in unberührter Natur“
  • „immer wieder atemberaubende Ausblicke“
  • „wo wollen Sie wohnen?“

  • All die beschriebenen Aktivitäten sind Ausdruck einer sinnvollen Standortpolitik, die die Stärken der Region fokussiert und in der Welt bekannt macht. Die Ansiedlung von Windkraftindustrieanlagen auf den bewaldeten Bergen konterkariert diese Bemühungen auf absurde Weise. Erholungs- und Natursuchende aus angrenzenden, stärker industriell geprägten Regionen und Ländern kommen schließlich wegen der Unberührtheit der Natur und der Harmonie der Landschaft hier her. Mit 200m hohen, mehrere zig Kilometer weit sichtbaren und rotierenden Industrieanlagen wäre es damit schnell vorbei. Das Kapital der Region ohne Not so mutwillig zu gefährden, wäre ein standortpolitisches Desaster.